Die vierte mitMenschPreis-Verleihung fand am 11. Oktober 2016 in Berlin statt. Sieger ist das Projekt „Ehrenamt rückwärts“.

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shalom


shalom – eine Reise zu den Wurzeln der Kulturen

Shalom gelobtes Land – Eine Reise zu den Wurzeln der Kulturen
Deutsch-Israelische Begegnung von Menschen mit Behinderung
1. Projektpartner
Stephanus-Stiftung – Marienhaus, Fürstenwalder Str. 3, 15562 Rüdersdorf
Behindertendorf Kfar Tikva, P.O.B. 17, Kiryat-Tivon, 36100 – Israel
2. Projektbeschreibung
Teilnehmer
Wir wollen zu diesem Begegnungsprojekt je 12 israelische, arabische und deutsche Bewohner/innen von den Einrichtungen der Projektpartner einbeziehen.
Die Projektpartner werden bei der Zusammenstellung der Gruppen darauf achten, dass das Verhältnis der weiblichen und männlichen Teilnehmenden ausgewogen ist.
Idee
Behinderte Menschen sind, auch wenn sie nicht immer und überall aufgrund ihrer Beeint-rächtigungen am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilhaben können, ein unbe-dingter Teil unserer Gesellschaft. In Zeiten der Globalisierung ist es ein Merkmal der Teil-habe am gesellschaftlichen Leben, Bildung zu erfahren und so unter anderem auch Ab-grenzung zu verhindern.
Nachdem im Sommer 2007 eine Delegation von 12 Menschen mit Behinderung aus Israel in unserem Land zu Gast war und sich in einer spannenden Zeit des gemeinsamen Erlebens intensive Beziehungen und Freundschaften zwischen den Beteiligten beider Einrichtungen entwickelten, wuchs bei allen Beteiligten der Wunsch, diese ungewöhnlichen Freundschaften nun durch einen Gegenbesuch zu festigen.
Wir wollen mit diesem deutsch-israelischen Austauschprojekt Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, ihre in 2007 gefundenen Freunde regelmäßig wieder zu sehen.
Das gemeinsame Erleben schafft nach unseren Erfahrungen eine Vertrautheit und Ver-bundenheit, ein mehr an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit.
Die gemeinsame Zeit wird anders sein als der sonst bekannte Alltag. Sie werden viele neue Eindrücke und Erfahrungen im Umgang miteinander sammeln können und haben so die Möglichkeit, ihre bisher bekannten Verhaltens- und Kommunikationsmuster zu erweitern und neue zu erlernen.
Alle Teilnehmer werden entsprechend ihrer Möglichkeit in die Programmgestaltung einbe-zogen. Sie übernehmen dadurch Verantwortung und können sich mehr mit dem Begeg-nungsprojekt identifizieren.
Insgesamt wollen wir mit diesem internationalen Begegnungsprojekt den Teilnehmenden das Gefühl geben, dass sie so, wie sie sind, ernst genommen werden und zu unserer Ge-sellschaft dazugehören. Sie sollen hier auch ein Stück mehr an Lebensqualität spüren.
Die Tatsache, dass es sich hier um ein deutsch-israelisches Begegnungsprojekt für be-hinderte Menschen handelt, wird auch auf die nationalsozialistische Vergangenheit und insbesondere auf die damalige Deportation und Vernichtung von Menschen mit Behinde-rungen führen. Uns ist bewusst, dass dies ein sehr sensibles Thema ist. Dennoch wollen wir dieses komplexe und schwierige Thema bei diesem Begegnungsprogramm aufgreifen.
Im Rahmen der Vorbereitung soll durch gemeinsame Planungen der Projektpartner eine geeignete Form gefunden werden, wie dies (pädagogisch) sinnvoll für die Teilnehmenden geschehen kann.
Wir hoffen, dass es uns durch aktive Einbeziehung der Medien gelingt, im Rahmen unserer Möglichkeiten auch politisch ein Zeichen zu setzen. So ist die Teilnahme am israelischen Laubhüttenfest geplant, an der auch eine Gruppe arabischer Menschen mit Behinderungen teilnehmen wird. Durch die Sichtbarmachung der freundschaftlichen Verbundenheit unserer Gruppe mit den Menschen aus Kvar Tikva hoffen wir, ein klein wenig zu Frieden und Völkerverständigung beitragen zu können.
Durch den diakonischen Charakter unserer Einrichtung ist allen unseren Teilnehmenden der religionsgeschichtliche Hintergrund Israels sehr wohl bewusst.
Das persönliche Kennenlernen des „gelobten Landes“ und die Auseinandersetzung mit all seinen Problemen und religiösen Konflikten wird daher ein wichtiger Bestandteil des Pro-jektes sein. Um uns diesem Thema methodisch sinnvoll und für alle Beteiligten begreifbar anzunähern, werden wir auch hier durch gemeinsame Planungen der Projektpartner nach geeigneten Formen der Umsetzung suchen.

Kontakt:
Marienhaus Rüdersdorf
Mario Kießling
marienhaus-ruedersdorf@stephanus-stiftung.de