Die vierte mitMenschPreis-Verleihung fand am 11. Oktober 2016 in Berlin statt. Sieger ist das Projekt „Ehrenamt rückwärts“.

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„Gemeindeintegriertes Wohnen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf“

Die Konzeption des Projekts bezieht sich auf die Lebensformen und Bedürfnisse der Menschen, die in die Wohngemeinschaft eingezogen sind.
Es sind Menschen in höherem Erwachsenenalter (49 Jahre bis 68 Jahre alt), die fast alle vom Kleinkindalter an in Heimen gelebt haben. Ihre Jugend und ihr Erwachsenenalter haben sie alle in der Hangweide gelebt (teilweise 50 Jahre lang).
Diese Menschen weisen schwere geistige Behinderungen auf, drei Personen haben zusätzliche Sinnesbehinderungen (Gehörlosigkeit, starke Sehbehinderung) und vier von ihnen zeigen autistische Verhaltensweisen oder hohe emotionale Irritierbarkeit. Sie sind körperlich mobil und können gut in dem (nicht barrierefreien) Haus wohnen.
Sie haben ihr bisheriges Leben in einer Komplexeinrichtung der Behindertenhilfe, dem klassischen „Ort zum Leben“ verbracht und erleben nun das normale „Leben im Ort“, sie bewegen sich selbständig oder mit Assistenz im Sozialraum, entwickeln für sich neue soziale Rollen („Kunde“, „Nachbar“) und zeigen Neugierde und Offenheit für alle Eindrücke und Erlebnisse, die sich ihnen in der nahen und weiteren Wohnumgebung bieten.
Aus diesen personenzentrierten Sichtweisen haben wir folgende Ziele abgeleitet, die in dieser ersten Projektphase durch konkrete Maßnahmen umgesetzt und in vielen Evaluationsgesprächen ausgewertet worden sind:

Stabilisierung der Menschen mit Behinderung in der neuen Wohnform durch:
– Aufbau von Vertrautheit von Abläufen und Bewältigung des Übergangs unter Wahrung der biografischen Erfahrungen.
– Bearbeitung von Heimweh und Fremdheitsgefühlen.
– Abbau von Auswirkungen langjähriger Hospitalisierungserfahrungen

Erhöhung von individueller Selbständigkeit („Empowerment“) im lebenspraktischen Bereich und in den sozialen und kommunikativen Fähigkeiten durch:
– Erhöhung der persönlichen Eigenverantwortung und Selbständigkeit
– Entwicklung von Neugierde und Motivation zu Lernprozessen
– Durchführung von individuellen Freizeitangeboten.

Integration in den Sozialraum, Aufbau von lokalen Kontakten, Erweiterung des individuellen Aktionsradius durch:
– Aufbau von Kontakten zu Nachbarn und anderen Bürgern
– Lernangebote zur Orientierung und zum individuellen Mobilitätstraining (vor allem bei den Personen mit Sehbehinderung).
– Teilhabe an den Angeboten der Gemeinde (Gottesdienste, Feste).

Kontakt:
Diakonie Stetten e.V.
Dipl.-Psych. Ines Bader
ines.bader@diakonie-stetten.de