Die vierte mitMenschPreis-Verleihung fand am 11. Oktober 2016 in Berlin statt. Sieger ist das Projekt „Ehrenamt rückwärts“.

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Theaterwelten

Der Holländerhof bietet 350 behinderten Menschen vielfältige Arbeitsplätze und Förderungsangebote in zehn modern ausgestatteten Werkstätten an. Egal ob handwerklich, technisch oder administrativ, für jeden Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gibt es ein Betätigungsfeld, in dem er aktiv werden kann. Es wird Wert auf ergonomische Arbeitsplätze gelegt, um die Arbeit bedürfnisgerecht und so belastungsarm wie möglich zu gestalten. In den Wohnstätten leben 142 Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.
Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf haben in ihrem Berufsleben, ihrem Alltag und in ihren Lebensumständen häufig wenig Möglichkeit, Kreativität zu erfahren und durch Experimente den Horizont zu erweitern. Ziel des Projektes Theaterwelten ist neben der Inklusion also auch die Integration der Kreativität in das Alltagsleben der Teilnehmenden.
Das Projekt Theaterwelten besteht aus drei Teil-Projekten: Theater, bildende Kunst, Dokumentarfilm.
Die „Theaterwelten“ machen den behinderten Menschen ein Angebot, sich aus der vertrauten, selbstverständlichen und alltäglichen Routine und Sicherheit zu lösen. Das Theater spielen, die künstlerische kreative Ausdrucksform in der Darstellung, im Tanz, in der Malerei, bei der Gestaltung der Requisiten, der Entwicklung von Handlungen und Dialogen macht sie zu gleichwertigen Partnern und sie erleben sich auch selber so.
Es entsteht eine innere Freiheit, die sich in künstlerischen Aktionen ausdrückt. Es werden Fähigkeiten und Fertigkeiten genutzt, die bisher nur eingeschränkt angewandt werden konnten. Kreativ-ästhetische Tätigkeiten sind für alle Menschen, also auch behinderte Menschen eine Möglichkeit, ihre Gefühle zu spüren und auszudrücken. Die Entdeckung und das Ausleben des künstlerischen Talents führen zu einer Bereicherung und Weiterentwicklung in allen Lebensbereichen.
In der kreativen Arbeit wachsen die Menschen durch das Vertrauen, das ihnen und ihren Fähigkeiten entgegen gebracht wird und das sie selber an sich erleben. Sie sind KünstlerInnen, die in anderen Schauspielgruppen ihren Platz finden könnten. Das Projekt verbessert die Lebensqualität, öffnet Grenzen, verändert Wahrnehmung, fordert Mut und die Bereitschaft neue Wege zu gehen.
Grundvoraussetzung sind Improvisationswille, Mut zur Veränderung, Investition in die Freizeit, Lust am Spiel und Diskussionsfreude.

Kontakt:
Holländerhof Werk- und Wohnstätten für behinderte Menschen
Maria Rönnau
maria.roennau@hollaenderhof.de