Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) schreibt zum fünften Mal den mitMenschPreis aus. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2018.

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Software überwindet Handicaps

Die Sprache ist es, die aus Lebewesen Individuen werden lässt.
[Aristoteles, in „Politik“]
Menschen, die durch Krankheit oder Unfall die Fähigkeit, sich durch Sprache oder Schrift mitzuteilen, verloren haben, können ihre Behinderung mit technischen Hilfsmitteln zu einem großen Teil kompensieren.
Hilfsmittel zur barrierefreien Kommunikation erhalten und fördern Talente, Fähigkeiten und Selbstbewusstsein. Sie unterstützen die soziale und berufliche Integration und tragen so wesentlich zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei.
Das Angebot an technischen Hilfen zur Kommunikation ist sehr groß, aber leider nicht jederzeit für jeden zugänglich. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitation hat 2006 festgestellt, dass trotz des großen Angebots die Hilfsmittelversorgung oft nicht rechtzeitig, nicht bedarfsgerecht oder nur unter großem persönlichem Aufwand erfolgt. Dieses Ergebnis deckt sich mit unseren Erfahrungen.
Das Projekt “Software überwindet Handicaps” fördert und initiiert die Entwicklung von Freier Software, die jederzeit verfügbar ist. Sie kann auf jedem handelsüblichen Computer installiert und nach Belieben ausprobiert und genutzt werden.
Kommunikationshilfen, die auf Standard-PCs und Freier Software basieren, stehen den kommerziellen Produkten bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit und Bedienfreundlichkeit in nichts nach. Häufig sind sie auch technisch aktueller, da sie kontinuierlich weiterentwickelt werden und so neueste Entwicklungen der IT-Technologie nutzen.
So kann beispielsweise mit einer Webcam für 20 Euro und einem Freien Programm eine Steuerung des Computers über kleine Kopfbewegungen realisiert werden. Ein handelsübliches Kopfsteuerungssystem wäre um ein Vielfaches teurer und würde einen längeren Beantragungsprozess erfordern.
Durch gezielte Information und Schulung (Vorträge, Workshops) von Multiplikatoren (Therapeuten, Ärzte, Pflegeassistenten, Angehörige in Selbsthilfegruppen) versetzt kommhelp diese in die Lage, gemeinsam mit dem Betroffenen nach der richtigen Lösung zu suchen. Denn gute Hilfsmittelversorgung ist immer gekennzeichnet durch gute geduldige Teamarbeit zwischen allen Beteiligten am Versorgungsprozess.

Kontakt:
kommhelp e.V. – Förderung kommunikativer Möglichkeiten Behinderter
Julia Gniffke, Dr. Julius Deutsch
info@kommhelp.de