Der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB) schreibt zum fünften Mal den mitMenschPreis aus. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2018.

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nordhorn2012


Nordhorn – kunstverrückt!

Wir wollen das Medium Kunst nutzen und psychisch kranke Menschen als Kunstschaffende in der Gesellschaft bekannt machen und ihnen damit eine veränderte Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit verschaffen. Im Verlauf des Jahres soll es zehn Kunstaktionen geben, die alle von psychisch kranken Menschen gestaltet werden und zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten psychischer Erkrankung anregen sollen. Einige dieser Aktionen werden in Kooperation mit anderen regionalen Einrichtungen (Jugendzentrum, städtische Galerie, Kirchengemeinden) geplant und durchgeführt werden. Mit den Kunstaktionen sollen keine bleibenden Kunstwerke geschaffen werden. Es geht vielmehr darum, mit den zeitlich begrenzten Kunstaktionen psychisch kranke und gesunde Menschen in Kontakt zu bringen und zur Auseinandersetzung mit psychischer Erkrankung anzuregen. Durch die Aktionen soll u. a. die Erkenntnis transportiert werden, dass es viele Sichtweisen und Deutungsmöglichkeiten der Realität geben kann und die Kriterien „richtig“ oder „falsch“ dabei nicht hilfreich sind. Indem wir dies erfahrbar machen, kann die Erkenntnis reifen, dass vermeintlich „Verrücktes“ aus der Sichtweise anderer gar nicht verrückt ist, sondern Sinn macht. Da die Künstler selbst psychisch krank sind, soll nicht nur zu Diskussionen über psychische Erkrankungen angeregt werden, sondern zu Diskussionen mit psychisch kranken Menschen. Durch die gemeinsame Gestaltung von Aktionen mit Jugendlichen, Kirchengemeindemitgliedern etc. werden schon im Vorfeld Kontakte zwischen Gesunden und Kranken entstehen, Beziehungen angebahnt. Während der Aktionen werden gezielt Kontakte zu den Betrachtern/Besuchern gestiftet. Dadurch verändert sich nicht nur die öffentliche Wahrnehmung, sondern die psychisch kranken Menschen selber erleben sich als Schaffende, deren Tun in der Öffentlichkeit Beachtung findet und anerkannt wird. Endlich einmal gilt ihnen das Interesse anderer nicht, weil sie krank sind, sondern wegen dem, was sie leisten und sind. So kann Inklusion gelingen und findet hier schon statt.

Kontakt:
Ev.-ref. Diakonisches Werk Grafschaft Bentheim gGmbH
Volker Hans und Hanna Kossen-Eilders
hanna.kossen-eilders@diakonie-grafschaft.de