Die vierte mitMenschPreis-Verleihung fand am 11. Oktober 2016 in Berlin statt. Sieger ist das Projekt „Ehrenamt rückwärts“.

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„hör mal, wo was geht“ – ein Audioguide von und für blinde(n) Jugendliche(n)

Jugendliche mit Sehbehinderung haben nur eingeschränkte Wahlmöglichkeiten in ihrer Freizeitgestaltung. Eine fehlende barrierefreie Infrastruktur aber auch die, mit einer Sehbehinderung einhergehende, erschwerte Kommunikationsfähigkeit stellen für sie große Hindernisse dar. Sie fühlen sich oft ausgegrenzt. Dabei ist gerade die persönliche Freizeitgestaltung ein wichtiger Ort zum Erwerb sozialer Kompetenzen. Für das Projekt wurde eine gemischte Gruppe jugendlicher Blinder und Sehbehinderter aus dem Wohnheim dem bbs Nürnberg selbst aktiv. Sie erstellten Audioguides zu Nürnberger/ Fürther Veranstaltungsorten für blinde Jugendliche mit dem Ziel blinden Jugendlichen für eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung zu begeistern. Damit sollten die Möglichkeiten zur gleichberechtigten Teilhabe von Jugendlichen mit Sehbehinderung am gesellschaftlichen Leben gestärkt werden. Der Audioguide wurde im Team konzipiert, gestaltet und produziert. Bei der Produktion assistierte ein medienpädagogischer Mitarbeiter von Radio Z, weitere Unterstützung erhielten sie von den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Senders. Die Gruppe hat: über Freizeitorte für Jugendliche in Nürnberg und Fürth berichtet: eine Wegbeschreibung gegeben – die Angebote der Einrichtungen vorgestellt – Interviews mit VeranstalterInnen und BesucherInnen geführt – Texte zum Hören für Jugendliche verfasst – mit der freien Software Audacity gearbeitet und sich mit dem Aufbau und der Wirkung eines Audioguides auseinandergesetzt. In Workshopeinheiten wurde, unter Berücksichtigung individueller Neigungen und Fähigkeiten, intensiv und ohne Zeitdruck an den jeweiligen Aufgabestellungen gearbeitet. Mit fachlicher Anleitung wurden Texte verfasst und gut sprechbare Vorlagen erstellt, das digitale Rohmaterial bearbeitet und die O-Töne für die Audioguides ausgewählt. Die Jugendlichen arbeiteten in kleinen Gruppen, halfen sich gegenseitig und holten sich bei Bedarf Unterstützung von Fachkräften. Die fertigen Audioguides wurden bei Radio Z vorgestellt, auf der Homepage kostenlos als Download angeboten, in zielgruppenspezifischen sozialen Netzwerken verbreitet und auf CD an MultiplikatorInnen (Blindenverbände etc.) weitergegeben. Insgesamt engagierten neun blinde/ sehbehinderte Jugendliche im Projekt. Sie diskutierten gemeinsam die Durchführung des Projekts und brachten selbstbewusst ihre Meinungen und Erfahrungen ein.

Kontakt:
R.A.D.I.O. e.V. / Redaktion Ohrenblicke
Ute Heine und Martin Janischak
projekte@radio-z.net